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Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle

Gedenkbuch Halle


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Name: Fleischmann (Prof. Dr. jur.) 
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Max Fleischmann (Prof. Dr. jur.)

Kommentar:
Professor Dr. Max Fleischmann (1926)
(MLU Halle-Wittenberg, UAH)
Professor Dr. Max Fleischmann (1926)
(MLU Halle-Wittenberg, UAH[7])
Vorname: Max 
Geburtstag: 05.10.1872 
Geburtsort: Breslau 
Privatadresse: Kaiserplatz 14 II[1] 
letzte Adresse: Berlin-Schöneberg, Berchtesgadener Str. 2[2] 
Beruf: Universitätsprofessor Staatswissenschaftler[3] 
Verwandtschaft: Eltern:
Paul Fleischmann;
Mathilde Fleischmann geb. Gender[4]
Ehefrau:
Fleischmann, Anne-Josephine geb. Gulielmini, geb. 17.01.1870, nichtjüdisch
Nichte
Shlomit Shamai[5] 
weitere Lebensdaten: hervorragender nationaler und internationaler Jurist und Völkerrechtler; 01.04.1921: Berufung als persönlicher ordentlicher Professor an die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät[6], Mai 1921: ordentlicher Professor für Staatsrecht,
Kolonialrecht, mit Lehrauftrag für Landwirtschaftsrecht an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
Gutachter für internationale Streitfälle, anerkannter Völkerrechtler, Senatspräsident am Reichswirtschaftsgericht, 1925/ 26: Rektor der Universität, dann Prorektor; 1926/27 und 1922/23, 1924/25, 1931/32 Dekan; 1930 Unterzeichnung der Schlussakte der Haager Konferenz als Vertreter der Weimarer Republik.
30.09.1935: zwangsweise emeritiert[8], 1936: Entzug der venia legendi[9]
1941 Umzug nach Berlin, Aufnahme von Kontakten zu späteren Mitgliedern des militärischen Widerstands. "Am 14. Januar 1943 wurde er im Haus des ehemaligen Justizministers Eugen Schiffer von der Gestapo gestellt und wegen seiner Weigerung, den Judenstern zu tragen, verhaftet. Seine Bitte, noch einmal seine Wohnung betreten zu dürfen, um einige Sachen zu holen, wurde ihm gewährt. Hier nahm er eine große Dosis Veronal, die seinen Tod herbeiführte. (Quelle dafür: Rede Eißfeldts am 13. September 1947. In: UAH Rep. 4 Nr. 2090.) Nach anderer Darstellung vergiftete sich Fleischmann bereits im Haus Eugen Schiffers."[10] 
Todesort: Berlin 
Todesdatum: 14.01.1943 (Freitod)[11] 
Quelle(n): [1] HA 38
[2] BG S. 317
[3] vgl. Anm. 1
[4] YVD (12.04.2007) Shamai, Shlomit
[5] ebd.
[6] vgl. FS S. 305 Walk, Joseph: Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918-1945, München - New York - London – Paris 1988, S. 93
[7] UAH, Rep. 40 Nr. I, F 6
[8] vgl. Anm. 5
[9] vgl. UAH, Rep. 4, Abt. V/I, Nr. 2, Bd. 14 Senatsverhandlungen (1933-06.07.1946), Protokoll der Sitzung v. 01.11.1935 W. P.: Der Lehrkörper…S. 43 ff., Chronik …
[10] www.catalogus-professorum-halensis.de/indexb1933.html (18.07.2008)
[11] FS S. 305 
letztes Update: 16.09.2009 19:36:41 

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© Volkhard Winkelmann und ehemaliges Schülerprojekt "Juden in Halle" (1993-2003) des Südstadt-Gymnasiums Halle      © Online-Präsentation: Christina & Steffen P.
Letzte Aktualisierung: 09.02.2015 Anzahl der Datensätze: 434