Halle (Saale) Umland Rückwanderer

Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle

Gedenkbuch Halle


Datensatz drucken
Name: Kochmann 
Bild zum Datensatz:
Martin, Dagobert Kochmann

Kommentar:
Martin Kochmanns Grab
(aus Privatbesitz)
Martin Kochmanns Grab
(aus Privatbesitz)
Vorname: Martin, Dagobert 
Geburtstag: 07.02.1878 
Geburtsort: Breslau 
Privatadresse: Friedenstr. 12a[1] 
letzte Adresse:  
Beruf: Pharmakologe, Dr. med. Universitätsprofessor, Direktor[2] 
Verwandtschaft: Vater:
Aron Kochmann, Kaufmann
Ehefrau:
Sophie Kochmann geb. Gabbe, geboren am 10.01.1882, gestorben am 23.11.1951(?), Tochter eines Greifswalder Ratsherren, Hochzeit: 09.10.1908 
weitere Lebensdaten: Ostern 1896 Abitur in Breslau Studium: 1896/98: Berlin; 1898/1900 Breslau, 1901/02: Einjährig-Freiwilliger, 1902 Promotion zum Dr. med. in Jena; Assistentenstelle am Pharmakologischen Institut dieser Universität, von 1906-1914 arbeitete er am Institut de Pharmacodynamie et de Therapie und als Assistent an der Universität Greifswald.
Hier habilitierte er sich 1907 für das Fach Pharmakologie und erhielt am 21.12.1911 den Professortitel und eine Professur in Greifswald. 1914 erfolgte die Umhabilitierung von Greifswald nach Halle. 1914 erging die Einberufung als Stabsarzt zum Kriegsdienst als Arzt an der Front bzw. in Feldlazaretten. Er erhielt für diesen Einsatz das Eiserne Kreuz II. Klasse.
Am 17.06.1920 wurde er ordentlicher Professor und am 01.07.1921 Direktor des Pharmakologischen Institutes zu Halle. Ab 1924 gehörte er zur Leopoldina.
1935 erfolgte seine Versetzung in den Ruhestand. Er war nach Brugsch ein glühender Hasser des Nationalsozialismus, da für ihn unter den damaligen Umständen eine ersprießliche Lehrtätigkeit nicht möglich erschien.[3]
1936 verhaftete ihn die Gestapo „[…] unter dem Verdacht der ‚Begünstigung staatsfeindlicher und hochverräterischer Bestrebungen.’“[4] Im Untersuchungsgefängnis tötete er sich selbst. 
Todesort: Halle/Saale 
Todesdatum: 11.09.1936[5], Suizid[6] 
Quelle(n): [1] HA 38
[2] HA 36
[3] www.catalogus-professorum-halensis.de/kochmannmartin.html (16.03.2007): UAH PA 6193 Kochmann, Rep. 6 Nr. 1406, Leopoldina – Archiv MM 3508
[4] vgl. FS S. 502
[5] Standesamt Halle (Saale): Sterbeurkunde Nr. 2336/1936 v. 23.05.2003
[6] vgl. Anm. 4 
letztes Update: 05.10.2008 14:04:02 

Logo der Stadt Halle (Saale)
© Volkhard Winkelmann und ehemaliges Schülerprojekt "Juden in Halle" (1993-2003) des Südstadt-Gymnasiums Halle      © Online-Präsentation: Christina & Steffen P.
Letzte Aktualisierung: 09.02.2015 Anzahl der Datensätze: 434